Das christliche Osterfest

Herkunft der Bezeichnung

Das Osterfest wurde von den frühen Christen griechisch pa4sca genannt. Darin zeigt sich eine Anlehnung an das jüdische Pessachfest, das am 14. Tag des Monats Nisan begangen wird. Später wurde die Bezeichnung zu pasca latinisiert. Die Deutsche Bezeichnung Ostern geht auf die germanische Frühlingsgöttin Austro zurück.

  • Osterkalender
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Wurzeln des Osterfestes

Im Neuen Testament gibt es keinen klaren Beleg für das Osterfest im Urchristentum. In der Apostelgeschichte (Apg 20,6) sowie im ersten Brief des Paulus an die Korinther (1 Kor 5,7f.) belegen jedoch, dass bereits in urchristlicher Zeit in den Gemeinden das Pessachfest mit vorausgehendem Fasten begangen wurde. Die ältesten Nachrichten über eine christlich interpretierte Feier des Pessach stammen dann aus apostolischer Zeit (Irenäus von Lyon, Polykarp von Smyrna). Auch Eusebius von Cäsarea berichtet ausführlich über die Entstehung des christlichen Osterfestes

Der Osterfeststreit

Bei Euseb (KG V 23-25) ist davon zu lesen, dass es bereits gegen Ende des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts zum Streit um die Festlegung des Ostertermins kam. In Kleinasien nämlich wurde das Osterfest in Anknüpfung an das jüdische Pessach am 14. Nisan gefeiert. Die Verfechter dieses Ostertermins wurden nach lat. quartadecima (= der vierzehnte [Tag]) Quartadezimaner genannt. Gegen diese Festlegung wandte sich die römische Kirche. Da sich der jüdische Kalender nach dem Mondkalender richtet, konnte der 14. Nisan nämlich im Laufe der Jahre auf jeden Tag der Woche fallen. In Rom war man jedoch der Ansicht, dass der Tag der Auferstehung Christi an einem Sonntag gefeiert werden müsse. Erst das Konzil von Nizäa (325 n. Chr., vgl. S. Fehler: Referenz nicht gefundenff.) brachte die Einigung, die für die Christenheit bis heute Maßgeblich ist: Das Osterfest ist auf den ersten Sonntag nach dem auf das Fühlingsäquinoktium folgenden Vollmond terminiert.

Daraus ergeben sich freilich gewisse Schwierigkeiten bei der Berechnung des Ostertermins. Man legte sogenannte „Ostertafeln“ (vgl. Abb.) an, in denen die zyklische Wiederkehr und die Reihenfolge abzulesen war, nach der der Fühlingsvollmond auf die einzelnen Wochen- und Monatstage des Sonnenjahres fiel. In Osterbriefen der Bischöfe wurde bereits bald nach dem Konzil von Nizäa den Christen alljährlich der Ostertermin und damit der Beginn der Fastenzeit bekannt gegeben.

Bedeutung von Ostern

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit; es ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. In ihm wird die endgültige Besiegung des Todes und damit verbunden die Auferstehung der Gläubigen besiegelt. Die Festlegung des Ostertermins auf den ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond hängt selbstverständlich mit dem Erwachen der Natur um diesen Zeitpunkt herum zusammen, worin eine Analogie zur christlichen Auferstehungshoffnung gesehen werden kann. Zahlreiche Symbole verdeutlichen den Sieg über den Tod, wie es z. B. auf dem abgebildeten Sarkophag der Fall ist: Christus, der sich geopfert hat, wie ein Lamm, triumphiert schließlich und schenkt den Christen die Hoffnung auf das ewige Leben.

Bereits früheste Zeugnisse belegen, dass der Ostersonntag der traditionelle Tauftermin der Alten Kirche war. So ließ sich beispielsweise Augustinus in der Osternacht des Jahres 387 n. Chr. in Mailand durch Ambrosius taufen. Die Taufe als symbolische Abtötung der Sünden und des alten Lebens ist hier eine deutliche Parallele zum Verständnis von Ostern.